Solo für Licht

Solo für Licht 2009 — Asphalt

19.März bis 8.April 2009 in Leipzig

 

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Freitag 27.03.09 Uhrzeit 20.00 Uhr - Grassi
Samstag 28.03.09 Uhrzeit 20.00 Uhr - Grassi

Asphalt

Eintritt: 11,- / 9,- €

Originaltitel
Asphalt – Der Polizeiwachtmeister und die Brillantenelse
Deutschland 1928/29
Regie
Joe May
Drehbuch
Fred Majo (alias Joe May), Hans Székely, Rolf E. Vanloo (nach einer Filmnovelle von Rolf E. Vanloo)
Kamera
Günther Rittau
Originalmusik
Willy Schmidt-Gentner (für die Premiere)
Darsteller
Betty Amann, Gustav Fröhlich, Albert Steinrück, Else Heller
Bauten
Erich Kettelhut, Robert Herlth, Walter Röhrig
Produktion
Erich Pommer, Max Pfeiffer / Erich Pommer-Produktion der Ufa (Universum-Film AG)
Premiere
11.3.1929 (Berlin)
Farbe
Schwarzweiß
Zwischentitel
Deutsch
Laufzeit
90 min


ASPHALT erzählt die ganz persönliche Tragödie des jungen Wachtmeisters Holk, der eine verführerisch schöne junge Frau beim Juwelendiebstahl erwischt, sich in sie verliebt und schließlich unter Mordverdacht gerät. Von seinem eigenen Vater verhaftet, wird er schließlich doch gerettet: Die Frau, die erst nichts von ihm wissen wollte, bezichtigt sich selbst des Diebstahls und sagt zudem aus, dass es sich nicht um Mord, sondern um Notwehr handelte.

ASPHALT war eine Spitzenproduktion der Ufa, die mit enormem Aufwand in den damals modernsten Babelsberger Ateliers gedreht wurde. In der größten Studiokulisse Europas ließ der Regisseur Joe May hierfür eine luxuriöse Einkaufsstraße nachbauen, welche auf einer Länge von 400 Metern das mondäne Berlin der 20er Jahre in Szene setzt. Die Kamera- und Lichtführung belegt eindrucksvoll einen der Höhepunkte der deutschen Stummfilmproduktion. Ausgeklügelte Kamerafahrten verknüpfen Innen und Außen. Um den Anforderungen des Buches, die Straße so zugestalten wie das Auge des Fußgängers sie sieht, gerecht zu werden, entwickelte man einen fahrbaren Aufnahmeturm für den Operateur und seine Kamera. Die Bauten komponierte Erich Kettelhut nicht mehr als Totalbild von einem fixierten Punkt aus. Dem umherschweifenden Motiv bot er vielmehr überall interessante Einzel- und Gesamtbilder. „Das Ganze rundet sich im Auge der Kamera (Beschauer), die, von allem Zwang befreit, sich willkürlich in der Dekoration bewegen kann, zu dem erstrebten und im Manuskript geforderten, bewegten Gesamtbild einer Großstadtstraße.“ (1)
Der Produzent Erich Pommer schrieb über ASPHALT: "Dieser Film wurde von den visuellen Möglichkeiten eines Milieus und ihren Einwirkungen auf das Leben seiner Menschen her geschaffen."
Frieda Grafe und Enno Patalas befanden: „Da wird die Staatsgewalt erfreulich korrumpiert durch Eleganz, durch Pelze, durch gleißende Stoffe, durch samtene Atmosphäre in einem Boudoir und Blicke unter künstlichen Wimpern. Man spürt: es sind die Augen, die verführt werden müssen. Für die bürgerliche Innerlichkeit muss das Kino, wenigstens in seinen Anfängen, eine ernste Gefahr gewesen sein.“ (2)

(1) Erich Kettelhut, DIF Verleihkatalog, S. 41
(2) Frieda Grafe / Enno Patalas: Nicht nur Pick & Pabst. Filmkritik, Dezember 1969.
Bildquelle: DIF



Musikalische Begleitung: Franz Danksagmüller (Historische Kinoorgel)